Prof. Renato Zanella

Choreograph/Regisseur

Renato Zanella stammt väterlicherseits aus einer italienischen Industriellenfamilie und mütterlicherseits aus einer künstlerisch orientierten deutschsprachigen Familie aus Südtirol. Der Bozener Großvater war Geigenbauer. Zum Ballett kam er mit 17 durch Zufall, konzentrierte jedoch bald seine ganze Energie und Leidenschaft auf den Tanz.

Seine Ausbildung erhielt er zuerst in Verona, ging danach nach Cannes an das renommierte Centre de Danse International von Rosella Hightower und absolvierte dort seine Ballettausbildung. Sein erstes Engagement erhielt er bei Heinz Spoerli in Basel.

Staatsoper Stuttgart
Nicht viel später wechselte er nach Stuttgart an die dortige Staatsoper, arbeitete dort jedoch bald nicht nur als Tänzer, sondern auch als Choreograph und brachte nur 28jährig mit „Die andere Seite“ zur Musik von Joachim Kühns „Dark“ seine erste eigene Arbeit heraus. Eine ganze Reihe von Arbeiten folgten, bis Renato Zanella 1993 zum "Ständigen Choreographen" des Stuttgarter Balletts ernannt wurde. Um sich verstärkt der kreativen Seite seine künstlerischen Schaffens zuwenden zu können, beendet er seine aktive Laufbahn als Tänzer.
Staatsoper Wien
Nach seiner erfolgreichen Arbeit in Stuttgart wird Renato Zanella mit nur nur 34 Jahren zum Ballettdirektor der Wiener Staatsoper ernannt. In Verlauf seiner zehnjährigen Amtszeit  zeigte er an die 40 eigene Choreographien, wobei sein Mozart-Ballett "Wolfgang Amadée" (1998) besonderen Erfolg erntete. In dieser Schaffensphase kreierte Renato Zanella vorwiegend Eigenschöpfungen zu klassischer, bevorzugt auch moderner Musik, wandte sich aber zunehmend den großen Herausforderungen der Ballettliteratur zu, wie etwa Strawinskys "Sacre" (1996), Tschaikowskys "Nussknacker" (2000) oder Chatchaturjans "Spartacus" (2002). Seine letzte Arbeit für die Wiener Staatsoper war 2005 Strawinskys "Renard".

Internationale Jahre
Nach seinem Abschied von der Wiener Staatsoper begann er eine umfangreiche internationale Tätigkeit mit unterschiedlichsten Produktionen. Für sein abendfüllendes Ballett "Peer Gynt" zur Musik von Edward Grieg, das er für das Balletto dell´Opera di Roma schuf, erhielt er schließlich den Preis für die beste neue Produktion Italiens 2007.

Der weg zur Opernregie
2009 entscheidet sich Renato Zanella seine künstlerische Tätigkeit zur Opernregie. Es folgen Produktionen wie „Così fan tutte“ beim "Attersee Klassik"-Festival, Bizets "Carmen" beim Sechsten "Festival of the Aegean" auf der Insel Syros, "La Traviata" erneut im Rahmen des "Festival of the Aegean", "I Vespri siciliani" für die Greek National Opera, "Die Lustige Witwe" für die National Theater Mannheim und schließlich "Cavalleria Rusticana" für die Fondazione Arena di Verona.

Natürlich bleibt er trotz vieler Anfragen für Opernregie auch seiner Leidenschaft für den Tanz treu. Von 2011 bis 2015 war Renato Zanella Direktor des griechischen Nationalballetts in Athen. Von 2013 bis 2015 hat er zudem das Ballettensemble der Fondazione Arena di Verona in seiner Geburtsstadt Verona geleitet. Von 2016 bis Dezember 2017 war er künstlerischer Leiter der Ballettkompanie an der Bukarest National Opera. Zeit Februar 2018 Leiter des Choreo Center Europe in die Landeshauptstadt St Pölten. 

Renato Zanella definiert sich selbst und seine Arbeit als geboren aus „Neugier und der Sucht, dauernd neue Erfahrungen zu sammeln, neue Persönlichkeiten und Talente kennen zu lernen, stets neue Inspirationen zu empfangen.“