WOLFGANG GRATSCHMAIER, Regisseur

"Die Kunst ist eine alte Passion. Nur die Mode kommt und geht. Modern muss nicht 'schiach' sein."

KURZBIOGRAPHIE

Der 1960 geborene Steirer studierte nach einer Ausbildung zum Landschaftsgärtner Gesang an der Musikuniversität Wien bei Prof. Gerhard Kahry und im Rahmen der Sommerakademie der Salzburger Festspiele bei KS Elisabeth Schwarzkopf. Sein Weg führte den Tenor vom Stadttheater St. Pölten über das Opernhaus Graz und das Theater St. Gallen an die Volksoper Wien, wo er seit 2003 Ensemblemitglied ist.

Als einer der wenigen Opernsänger studierte Wolfgang Gratschmaier Schauspiel bei George Tabori im 'Der Kreis' am Schauspielhaus in Wien. Die damals erworbenen Erfahrungen fließen heute nicht nur in seine sängerische Tätigkeit als Charaktertenor sondern auch in seine Arbeit als Regisseur in seine Inszenierungen von 'I Pagliacci' bis 'Rienzi' und von 'Die Fledermaus' bis hin zu 'Die Zirkusprinzessin' ein. Er ist seit 2015 Dozent für 'Szenische Gestaltung' an der MUK-Universität Wien.

Als Mitbegründer der freien Opernszene in Wien und erfahrener Theatermacher ist er seit 1989 in leitender Position des Produktionsvereines neueoper.at. Gastspiele als Sänger und Regisseur führten ihn in den vergangenen Jahren nach Berlin, Gstaad, München, Nürnberg, Prag und Tokyo sowie in die USA und nach Canada. Video- und Plattenproduktionen sowie eine rege Konzerttätigkeit runden sein vielseitiges Schaffen ab.

RITA LUCIA SCHNEIDER, Regisseurin

"Kunst erhält unseren innersten Kern als Menschen am Leben. Sie ist in ihrem Abverlangen absolut und erzwingt ein offenes Herz um sich zu entfalten. Niemand hat es schöner formuliert als Auguste Rodin: "Worauf es ankommt: sich rühren lassen, lieben, hoffen, erschauern, leben! Mensch sein, bevor man Künstler ist! Die wahre Kunst pfeift auf die Kunst!"

KURZBIOGRAPHIE

Die vielseitige Mezzosopranistin Rita-Lucia Schneider startete ihre internationale Karriere an der Volksoper Wien als Anita in Philippe Arlauds Produktion der West Side Story. Seit dem hat sie eine Vielzahl an Partien verkörpert, und in den letzten Jahren zahlreiche dramatische Mezzo-Rollen wie Carmen, Eboli, Azucena, Venus und Waltraute in ihr Repertoire aufgenommen.

Große Erfolge feierte sie am Landestheater Detmold als Azucena, eine Rolle die sie auch bei den Tiroler Festspielen Erl unter Gustav Kuhn gesungen hat, sowie als Carmen in der Erfolgsproduktion von Kay Metzger. Am Theater Ulm debütierte sie außerdem als Mère Marie (Dialogues des Carmélites), Zia Principessa (Suor Angelica), Fricka (Loriots Der Ring an einem Abend), in der Mezzo-Partie in einer szenischen Umsetzung des Verdi-Requiems und als Auntie in Peter Grimes. In 2016 kehrte sie als Charlotte in Werther und als Ortrud in Lohengrin nach Ulm zurück; eine Rolle, mit der sie mittlerweile auch am Theater Osnabrück mit großem Erfolg gastiert hat.

Weitere wichtige Gastauftritte der letzten Zeit waren Mère Marie in der Ulmer Produktion von Dialogues des Carmélites am Theater Heilbronn, Marcellina (Le Nozze di Figaro) am Teatro Sociale di Trento sowie bei den Tiroler Festspiele Erl (Eröffnung des neuen Festspielhauses), Venus in Tannhäuser sowie Waltraute in Götterdämmerung sowie Walküre bei den Tiroler Festspielen Erl, Carmen am Slowenischen Nationaltheater Maribor unter der Leitung von Karen Kamensek, Santuzza und Eboli mit der Slovak Sinfonietta Žilina und Donna Elvira, welche sie erstmals 2009 auf Tournee durch Japan interpretierte als auch bei den Tiroler Festspielen Erl.

In vorangegangenen Saisonen war sie vor allem als Titelheld in Richard Strauss’ Der Rosenkavalier zu hören, den sie 2005 zum ersten Mal an der Staatsoper Danzig verkörperte. Bald wurde der Octavian zu einer ihrer Paraderollen, und sie interpretierte ihn in zahlreichen Theatern in Österreich, Deutschland, Frankreich, der Schweiz und zuletzt in Spanien. Eine weitere Partie, welche sie zu zahlreichen Erfolgen führte war Nicklausse/Muse in Les Contes’d Hoffmann, mit dem sie 2004 an der Städtischen Oper Stettin debütierte. Im Charakterfach hatte sie Erfolge als Marquise de Berkenfield in La fille du régiment (Oper Klosterneuburg), als Jade Boucher in Jake Heggies Dead Man Walking (Theater an der Wien) und als Czipra in Der Zigeunerbaron, eine Rolle mit der sie an Theatern und bei Festivals in Österreich, Belgien, Holland und Liechtenstein gastierte. Weitere Engagements führten sie ans Theater Baden, zu den Opernfestspielen St. Margarethen, den Opernfestspielen Stift Melk, den Schlossfestspielen Langenlois sowie ans Schlosstheater Schönbrunn und das Eduard-von-Winterstein-Theater Annaberg, dessen Ensemblemitglied sie 2003/04 war.

Als Konzertsängerin eignete sich Rita-Lucia Schneider über die Jahre ein großes Repertoire an Liedern (Mahlers Rückert-Lieder, Wagners Wesendonck-Lieder), Oratorien (Händels Messiah, Dvořáks Requiem und Stabat Mater, Bachs Johannes- und Matthäus-Passion, sowie Mozarts und Verdis Requiem) und Messen an. Sie sang mit renommierten Orchestern, wie dem Tonkünstler-Orchester, dem Symphonieorchester des Nationaltheaters Prag, dem Barockensemble der Wiener Symphoniker und dem Orquestra Nacional do Porto, und mit namhaften Dirigenten wie Gustav Kuhn und Franz Welser-Möst.

Rita-Lucia Schneider wurde in Wien geboren, und genoss sieben eine Ballettausbildung an der Royal British Dancing School in Wien. Sie studierte Gesang bei Hana Janku, KS Walter Berry, Petra Chiba, KS Oskar Hillebrandt und Glenys Linos, und absolvierte Meisterkurse bei Hilde Rössel-Majdan sowie Franz Lukasovsky.

Bisherige Regie-Tätigkeit: Gemeinsam mit Wolfgang Gratschmaier inszenierte sie im Sommer 2016 „Cosi fan tutte“ von Wolfgang Amadeus Mozart im Rahmen der Sommerakademie der Wiener Philharmoniker in Zusammenarbeit mit dem MUK Wien.

Vorangegangene Arbeiten:

The Rape of Lucretia (Britten)

Die Geschichte der Oper (Ybbsiade)

2018 inszenierte sie im Team Gratschmaier/Schneider „Orpheus in der Unterwelt“ von Jacques Offenbach für die Neueröffnung des Sommerfestivals KLANGBADHALL.

INA REUTER, Bühnenbildnerin

"Ich möchte mit meinen Bühnenbildern dem Regisseur eine optimale Leinwand für seine Gedanken bieten und Räume erschaffen, in denen sich die Darsteller wohlfühlen und gestützt werden. Gelungen ist dies, wenn am Ende eine Einheit von Allem entsteht. Bei dem Auftrag in Bad Hall freut mich besonders, dass ich Teil eines Neuanfanges bin und dadurch die Möglichkeit habe, ästhetische Maßstäbe zu setzen."

KURZBIOGRAPHIE

Ina Reuter stammt aus Essen (D) und lebt jetzt im Mostviertel. Sie studierte Bühnenbild in Hamburg bei Wilfried Minks und Raimund Bauer. Seit 1996 arbeitet sie als freie Bühnen- und Kostümbildnerin unter anderem an den Hamburger Kammerspielen, Deutsches Schauspielhaus Hamburg, Schauspiel Leipzig, Stadttheater Krefeld und am Theater Bielefeld. Für das Schauspiel Kiel erarbeitete sie mit Daniel Karasek 'Der Mulatte' (Hans Christian Andersen), 'Ein Idealer Gatte' (Oskar Wilde), 'Was Ihr wollt' (William Shakespeare) 'Bunbury' (Oskar Wilde) und zuletzt 'Der Kirschgarten' (Anton Tschechow) jeweils die Gesamtausstattung. 2006 entwarf sie für die Tiroler Festspiele Erl die Bühnenbilder zu 'Tristan und Isolde' sowie 'Parsifal' unter der Regie von Gustav Kuhn. Seit 2011 arbeitet sie wiederholt für den Operettensommer Kufstein, zuletzt 2015 gestaltete sie das Bühnenbild zu 'Das weiße Rössl' unter der Regie von Wolfgang Gratschmaier und unter der musikalischen Leitung von Ernst Theis.

2014 war an der Bühne Baden Die Zirkusprinzessin (Kálmán) in der Regie Wolfgang Gratschmaier und Gesamtausstattung Ina Reuters zu sehen.

 (www.inareuter.com)

GILLES GUBELMANN, Kostüme / Ausstattung

"Die Kunst ist für mich die Fähigkeit, Partikel aus dem Leben oder aus dem inneren Ich aufzunehmen und so wiederzugeben, dass sie bei dem Gegenüber eine Emotion auslösen: Ich freue mich sehr auf das Abenteuer 'Orpheus in der Unterwelt', mit einem tollen Team zusammen zu arbeiten und zu einem Neustart des Theatererlebnisses in dem, für mich  noch unbekannten Bad Hall, beizutragen."

KURZBIOGRAPHIE

Gilles Gubelmann wurde in der Schweiz geboren und studierte Klavier und Ballett am Genfer Konservatorium. Er arbeitete mehrere Jahre als Experte für Kunst und Antiquitäten für Koller Auctions in Zürich, bevor er nach Venedig zog und dort als Bühnen- und Kostümbildner zu arbeiten begann. Der Künstler lebt und arbeitet nun in Wien, wo er unter anderem erfolgreich die Ausstattungen von 'Baal' (Cerhà) und 'Woyzeck 2.0' (Produktionen der Neuen Oper Wien) zeichnete.

Seine Laufbahn hat ihn nach Italien (Festival della Valle d'Itria), Paris (Châtelet), Deutschland, Schweiz und England (Kings Place und Southbank Centre) gebracht.  2017 wird er zum zweiten Mal im Palast der Künste in Budapest zu Gast sein und 'I Puritani' von Bellini ausstatten.

www.gillesgubelmann.info

KLAUS WIESER, Konzept 'NACHHAL' 

"Mein Kunstverständnis – Eine Momentaufnahme

Mich reizt an der Kunst das Spiel mit Form und Inhalt. Von manchen als Gegensatzpaar gesehen, stehen sie doch in einer untrennbaren Beziehung. In meiner Arbeit als Lyriker geht es mir darum, einem Gefühl, einer Idee, einer Erinnerung, einem Gedanken, einem Ereignis ( also einem 'Inhalt' ) eine „Form“ zu geben. Natürlich kann man mit der Schwerpunktsetzung spielen, Form oder Inhalt präferieren, reinen Ästhetizismus allerdings lehne ich ab.

Ansonsten halte ich es mit Nietzsche, der meinte, Kunst liege im Auge (oder Ohr) des Betrachters und sei somit relativ. Allerdings komme 'Kunst' von 'Können', käme sie von 'Wollen', hieße sie 'Wunst'. Wissen und Erkenntnis führen, so Nietzsche, unweigerlich in den Pessimismus, Kunst sei ein Allheilmittel dagegen und habe außerdem die Aufgabe, den Helden und Narren in uns am Leben zu halten."

KURZBIOGRAPHIE

Klaus Wieser wird 1958 im Mostviertel geboren und wächst an den Ufern der Ybbs und in den umliegenden Wäldern auf. Ohne Telefon und Fernseher, aber in Freiheit und frischer Luft.

In Waidhofen/Ybbs und später in St. Pölten besucht er das Gymnasium, wo bald sein Interesse für Musik und Literatur geweckt wird. Nach der Matura (1977) absolviert er die Ausbildung zum Lehrer für Hauptschulen und den Polytechnischen Lehrgang in Linz, wodurch er einen Posten in Oberösterreich erhält. So verschlägt es ihn nach Bad Hall, wo er seit 1980 unterrichtet. Die Ferienzeiten und zwei 'Freijahre' nützt er für ausgedehnte Reisen, alleine oder mit Freunden, in über 60 verschiedene Länder. Ein Leben ohne Wanderungen in möglichst unverbrauchter Natur, ohne Musik und ohne Bücher kann er sich nicht vorstellen. Seit 2004 schreibt und veröffentlicht er Gedichte, zuletzt 'Dialog mit der Kälte', herausgegeben von Richard Pils (Bibliothek der Provinz). Weiters gilt sein Interesse der Filmkunst, der Philosophie, besonders der asiatischen, und der Königsdisziplin des Kartenspielens, dem Tarockieren. Lebenskraft schöpft er aus dem zeitweisen Zusammensein und dem Gedankenaustausch mit seinen besten Freunden, von denen ihn einige schon 'ein Leben lang' begleiten.

REINHARD SCHMIDT, 2. DIRIGENT

"Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit!“ hat Karl Valentin einmal bemerkt. Diese Arbeit quer durch alle musikalischen Kunstgattungen lebenslang ausführen zu dürfen ist ein Geschenk, speziell wenn es in einer harmonischen Zusammenarbeit geschieht. Ich bin überzeugt, dass es in Bad Hall dazu kommt und dass das künstlerische Gesamtkonzept für das Publikum zu einem nachhal(l)tigen Erlebnis wird!"

KURZBIOGRAPHIE

Geboren in Nürnberg, erhält Reinhard Schmidt schon frühzeitig Unterricht in Klavier und Violine. Mit zwölf Jahren besucht er das Konservatorium der Stadt Nürnberg, danach folgen sein Abitur in München und das Studium an der dortigen Hochschule für Musik und darstellende Kunst im Bereich Schulmusik und Dirigieren bei Prof. Kurt Eichhorn. Parallel dazu besucht er an der Münchner Universität Vorlesungen in Musikwissenschaft. Schon in dieser Zeit wird er gelegentlich an die Bayerische Staatsoper München als Korrepetitor engagiert

Nach einem Jahr Unterrichtstätigkeit am Domgymnasium in Freising und dem zweiten Staatsexamen, tritt er sein erstes Engagement am Opernhaus Graz an, zunächst als Solorepetitor und schon bald als Studienleiter und Kapellmeister. Weitere Festengagements führen ihn an die Theater Linz, Coburg und St.Gallen und verschiedene Gastengagements an andere Theater in Deutschland, Österreich und Ungarn. In den Jahren 1987 bis 1989 arbeitete er auch als Studienleiter bei den Salzburger Festspielen (Zusammenarbeit u.a. mit Horst Stein, Georg Solti und Herbert v. Karajan). Von 1994 bis 2010 ist er musikalischer Direktor der Coburger Sommeroperette und ab 1997 bis Ende 2011 bekleidet er einen Lehrauftrag an der Franz Schmidt Musikschule mit Öffentlichkeitsrecht in Perchtoldsdorf für die Opern- und Instrumentalklassen. Im Dezember 2011 wird ihm die Kulturmedaille in Gold für die Verdienste um das Musikleben durch die Marktgemeinde Perchtoldsdorf verliehen. Seit dem Sommer 2011 erarbeitet er gemeinsam mit Ernst Theis die musikalischen Einstudierungen des Operettensommers Kufstein.

 

 

ERNST THEIS, Dirigent

"Die Musik drückt das aus, was man nicht sagen kann und worüber zu schweigen unmöglich ist. (Victor Hugo, 1802-1885)"
"Die 150jährige Geschichte des Theaters in Bad Hall ist die ebenso lange Geschichte von Menschen mit dem Wunsch nach Kunst. Ich freue mich, für eine Weile Teil dieser Tradition sein zu können."  

KURZBIOGRAPHIE

Der Dirigent und Musiksoziologe studierte an der Universität für Musik und Darstellende Kunst Wien und startete seine Karriere als Dirigent, künstlerischer Leiter und Geschäftsführer der Österreichischen Kammersymphoniker. Nach einem Einspringer an der Wiener Volksoper war er dort vier Jahre lang als Kapellmeister tätig. Als Gewinner eines Dirigentenwettbewerbs im Rahmen der Internationalen Ferienkurse für neue Musik Darmstadt erschloss sich Ernst Theis sein umfassendes Konzertrepertoire bei Orchestern wie der Staatsphilharmonie Rheinland Pfalz, der Deutschen Radiophilharmonie Saarbrücken/Kaiserlautern, dem Münchner Rundfunkorchester und dem Rundfunkorchester des WDR und des MDR, den Bochumer Symphonikern, den St. Petersburger Philharmonikern und dem Akademischen Orchester St. Petersburg, dem Brucknerorchester Linz, ORF Radiosymphonieorchester dem Shenzhen Symphony Orchestra (China) oder dem Sendai Philharmonic Orchestra (Japan). Als Chefdirigent der Staatsoperette Dresden (2003-2013) erarbeitete er mit seinem Ensemble Tonträger mit Werken von Schreker, Weill, Hindemith, u.a.m. sowie vielbeachtete Einspielungen selten gespielter Operetten von Johann Strauss Sohn. Die künstlerische Entwicklung seines Ensembles zog Einladungen in renommierte Konzertsäle nach sich, die lange Zeit krisenbehaftete Staatsoperette konnte vor der Schließung bewahrt und neu gebaut werden. 2013 verließ er Dresden, um sich neuen Ideen wie dem Projekt RadioMusiken (in Zusammenarbeit mit der Akademie der Künste Berlin, Deutschlandradio, dem Mitteldeutschen Rundfunk, dem CD-Label CPO und der Technologiefirma Kapsch als Sponsor ) zu widmen. Heute arbeitet Ernst Theis in einer künstlerischen Bandbreite, die von der Wiener Klassik bis in die Avantgarde reicht, mit internationalen Orchestern zusammen. Er ist zudem Intendant des Festival KLANGBADHALL und hat in dieser Funktion im Juni 2017 sein erstes Festivalprogramm präsentiert.