Klaus Wieser

KONZEPTION "NACHHALL"

 

Mein Kunstverständnis – Eine Momentaufnahme

Mich reizt an der Kunst das Spiel mit Form und Inhalt. Von manchen als Gegensatzpaar gesehen, stehen sie doch in einer untrennbaren Beziehung. In meiner Arbeit als Lyriker geht es mir darum, einem Gefühl, einer Idee, einer Erinnerung, einem Gedanken, einem Ereignis ( also einem „Inhalt“ ) eine „Form“ zu geben. Natürlich kann man mit der Schwerpunktsetzung spielen, Form oder Inhalt präferieren, reinen Ästhetizismus allerdings lehne ich ab.

Ansonsten halte ich es mit Nietzsche, der meinte, Kunst liege im Auge (oder Ohr) des Betrachters und sei somit relativ. Allerdings komme „Kunst“ von „Können“, käme sie von „Wollen“, hieße sie „Wunst“. Wissen und Erkenntnis führen, so Nietzsche, unweigerlich in den Pessimismus, Kunst sei ein Allheilmittel dagegen und habe außerdem die Aufgabe, den Helden und Narren in uns am Leben zu halten.

KURZBIOGRAPHIE

Klaus Wieser wird 1958 im Mostviertel geboren und wächst an den Ufern der Ybbs und in den umliegenden Wäldern auf. Ohne Telefon und Fernseher, aber in Freiheit und frischer Luft.

In Waidhofen/Ybbs und später in St. Pölten besucht er das Gymnasium, wo bald sein Interesse für Musik und Literatur geweckt wird. Nach der Matura (1977) absolviert er die Ausbildung zum Lehrer für Hauptschulen und den Polytechnischen Lehrgang in Linz, wodurch er einen Posten in Oberösterreich erhält. So verschlägt es ihn nach Bad Hall, wo er seit 1980 unterrichtet. Die Ferienzeiten und zwei „Freijahre“ nützt er für ausgedehnte Reisen, alleine oder mit Freunden, in über 60 verschiedene Länder. Ein Leben ohne Wanderungen in möglichst unverbrauchter Natur, ohne Musik und ohne Bücher kann er sich nicht vorstellen. Seit 2004 schreibt und veröffentlicht er Gedichte, zuletzt „Dialog mit der Kälte“, herausgegeben von Richard Pils (Bibliothek der Provinz). Weiters gilt sein Interesse der Filmkunst, der Philosophie, besonders der asiatischen, und der Königsdisziplin des Kartenspielens, dem Tarockieren. Lebenskraft schöpft er aus dem zeitweisen Zusammensein und dem Gedankenaustausch mit seinen besten Freunden, von denen ihn einige schon „ein Leben lang“ begleiten.